Living in Wellington

Es hat sich nicht viel getan in den vergangenen Tagen. Ich habe den Schock überstanden, mich auf Jobsuche begeben (wobei ich mir dann natürlich erst mal eine fette Erkältung fangen musste und die letzte Woche im Bett verbracht habe, während draußen die Sonne gelacht hat) und bin immer noch im Trek Global Hostel.

Also erst mal kurz noch ein wenig was zum Hostel. Ich kann es zwar nicht wirklich mit anderen Hostels in Wellington vergleichen, aber ich würde es weiterempfehlen. Vom Preis her ist es sicherlich eine der besseren Wohnmöglichkeiten hier und es ist echt nett eingerichtet. Ein paar meiner zwischenzeitlichen Mitbewohner haben sich zwar beschwert, dass es nicht so klein und familiärer sei, aber wir sind hier halt auch nicht aufm Land, wo das dann häufiger der Fall ist. Sobald man mal ein wenig länger hier ist, lernt man die Longterm-Leute kennen, was grade echt ein paar nette sind. Und auch die Menschen von der Rezeption sind sehr freundlich und lassen sich immer wieder Sachen einfallen, um ein wenig Abwechslung in den Alltag zu bringen, wie z.B. Giant Jenga Night oder eine Thanksgiving-Feier für die armen Amerikaner im Hostel.

Aber zurück zu meinem letzten Tagen hier: Die Jobsuche läuft recht bescheiden. Man rennt ein wenig rum, spricht Menschen an, gibt seinen Lebenslauf ab und bekommt dann gesagt, dass man morgen selbstverständlich zurückgerufen wird. Genauso lief es bisher auch mit den Job-Agencies, die ich entweder angerufen oder angeschrieben habe; mit dem gleichen Resultat überall: kein Anruf, nada. (Oh wobei, einmaaal hab ich den ganzen Morgen quasi vor meinem Handy gesessen und auf einen Rückruf gewartet, dann gehe ich mal kurz auf die Toilette und muss doch gerade tatsächlich DANN angerufen werden. Super Timing also, ruf ich halt drei Minuten später zurück und da geht wieder keiner ran, das soll mal jemand verstehen.) Nunja, also irgendwann muss es ja besser werden.

Die Wochenenden und Abende werden gerne mit den Mitbewohnern verbracht (unternehme beispielsweise aber auch viel mit Aileen, wir kochen zusammen Abendessen oder gehen einkaufen): Es wird eine Runde Karten gespielt, ein Film in der Lounge geguckt, Billard gespielt, Trinken/Feiern gegangen oder das Kino besucht. Im Reading Cinema hier hatte ich ein paar coole Plätze, als ich dort den Film „Argo“ geguckt hatte: in der sogenannten Gold Lounge hatten wir  äußerst bequeme Sessel mit Fußlehne und der Option auf einen Kellner, der einem Bier & Nachos oder so bringt. Das war echt cool. Was ich hier aber vermissen werde, ist das süße Popcorn; hier gibt es nur salziges…

Auch ein Samstag-Abend kann sich hier sehr lustig abspielen, die Menschen sind einfach gut drauf hier, da wird mal wild zur Musik einer Straßen-Band getanzt, während Menschen in den absurdesten Verkleidungen rumrennen, weil sie das entweder ernst meinen, es sich um einen Jungessellen-Abschied handelt oder es halt quasi immer irgendwo eine Kostüm-Party gibt. Beispielsweise habe ich in einer Art Club/Bar (in die ich wegen meiner „zu sportlichen“ Nikes fast nicht reingekommen wäre) schon eine Männergruppe in Schottenröcken gesehen und eine Frauenrunde, die sich irgendwie als ein paar orangefarbene Kobolde verkleidet hatten und anfingen, im Club imaginäres Tennis zu spielen (also mit Schlägern, aber ohne Ball). Das Beste an diesem Club – genannt Electric Avenue – war für mich aber die Stimmung. Der DJ bemühte sich scheinbar schwer, die nervigsten und trashigsten Hits aus den 80er und 90er Jahren zu spielen und alle fanden es klasse! Ab und an wurde dann vielleicht dazwischen mal ein Gangnam Style eingeschoben oder so, aber die meiste Zeit wurde  wild rumgesprungen zu den Backstreet Boys oder wie bekloppt gestikuliert zur Musik von Dirty Dancing. Herrlich!

Hier lässt es sich also wirklich aushalten. Und wenn man dann vielleicht mal was Neues sehen will, kann man sich ein paar Fahrräder ausleihen und die Gegend erkunden (wobei die Hügellandschaft schnell mal anstrengend werden kann). Das habe ich gemacht, da ich das schöne Wetter irgendwie nutzen musste und so ging es mit Aileen an die Owhiro Bay. Sonnenschein, Sandstrand und ein wunderschönes Meer, das war das Radeln wert.

PS: Ich will ja jetzt nicht auf Klischees rumreiten. Wirklich nicht. Aber die Briten können die Sonne hier einfach mal wieder nicht einschätzen. Kaum gab es einen Tag lang Sonne pur, schon sieht man sie in einem wunderschön-schmerzhaften Rotton herumlaufen, als wären sie in letzter Sekunde aus dem Kochtopf gesprungen. Ich, für meinen Teil, hab mich ja brav fünf mal mit 50+ eingecremt.

PPS: Falls man das in Deutschland nicht so mitbekommen hat (was ich mal annehme): hier ist gerade wieder der Tongariro Vulkan ausgebrochen, also der Vulkan, ueber den ich vor vier Wochen noch munter wandern wollte. Es war diesmal nicht ganz so heftig wie im August diesen Jahres, aber er ist jetzt dann wohl doch erst mal wieder gesperrt…  ( http://www.fr-online.de/panorama/vulkanausbruch-neuseeland-mount-tongariro-auf-den-falschen-vulkan-gesetzt,1472782,20927756.html )

Advertisements
von lenstolz

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s