3 Months in New Zealand now

Am 10. Dezember ist es jetzt tatsächlich so weit, ich bin dann genau 3 Monate hier in Wellington, d. h. ein Drittel meiner Reisezeit ist nun schon um. Die Zeit ist wirklich unglaublich schnell vergangen und es ist echt gut, dass ich hier so lange bin und daher noch mehr als die Hälfte vor mir habe. Wenn ich kurz ein wenig auf die bisherige Zeit zurückblicke, lassen sich verschiedene Sachen festhalten:

Es ist nicht allzu einfach, hier schnell einen Job zu finden, mit WWOOFen kommt man da eher eine Zeit lang über die Runden. Das Reisen macht wirklich Spaß hier, da man eine unglaubliche Landschaft zu sehen bekommt, aber dass ich mich jetzt mal für schon über einen Monat hier in Wellington niedergelassen habe, war auch mal wieder eine angenehme Abwechslung. Ich habe einen Tagesrhythmus entwickelt, bei dem ich mir ein ordentliches Frühstück reinhaue (das oftmals gerne die beliebteste Frühstücksmahlzeit Neuseelands, die sogenannten Weet Bix, beinhaltet: staubtrockene Getreidebrocken, die man mit Milch oder Joghurt zu sich nehmen muss, um sie genießen zu können, die dann aber wiederum schnell zu einer matschigen Pampe aufweichen. Trotz allem essbar und vor allem: billig.), dann versuche, irgendwie mit einem Apfel oder einer Banane über den Tag zu kommen und zum Abendessen mache ich mir dann in letzter Zeit fast immer eine ordentliche Portion Reis mit Gemüse und irgend einer ollen Sauce (Das Obst und Gemüse kaufe ich mir immer auf dem Sonntags-Markt hier für die ganze Woche). Ich habe damit auch gelernt, in jeder Hinsicht Geld zu sparen, auch beim Internet: während ich beispielsweise in Auckland schnell mal Geld dafür liegen gelassen habe, gehe ich jetzt immer ins Mc Donald’s hier: Da läuft gute Musik, ich nehm mir was zu trinken mit, benutze ab und an die Toilette und die Internet-Verbindung ist auch nicht schlecht (das alles selbstverständlich ohne irgendwas dort zu kaufen). Und trotz all der idyllischen Natur ist es hier doch ein wenig wilder als man es vielleicht im süßen „Schäfchen-Neuseeland“ erwartet hätte: nachdem jüngst nun also der Tongariro (einer von gefühlt tausend Vulkanen hier) erneut ausgebrochen ist, gab es diese Woche Tornados in Auckland und am Samstag-Morgen ein mittelstarkes Erdbeben (das ich jedoch verschlafen habe), yay!

Ansonsten lässt sich so zu den letzten Tagen sagen, dass ich hobbit-mäßig gleich mal aus dem Häuschen war, als ich die Schauspieler Adam Brown und Graham McTavish vom Hobbit ganz gemütlich beim Sonntags-Markt sitzen gesehen habe (Die waren jetzt nicht meine allerliebsten Stars, drum habe ich sie in Ruhe gelassen. Aber einem Elijah Wood oder einem Martin Freeman wäre ich natürlich gleich mal supernervig auf die Pelle gerückt für ein Foto oder so). Des weiteren musste ich auch noch das „Weta-Cave“ aufsuchen; eine Pilgerstätte für die richtig krassen Fans, da man dort dann beispielsweise ein Foto mit einer Gandalf- oder Gollum-Statue machen kann, ein paar sackteure Miniatur-Figuren von Herr der Ringe aus einem Mini-Museum kaufen kann oder einfach nur eine halbe Stunde einen Film über diese Wirkungsstätte ansehen kann (letzteres hab ich dann gemacht, war gratis). Auch eine Rundführung durch den Weta-Workshop hab ich mir gegönnt. Dabei wurde dann gezeigt, wie z.B. verschiedene Waffen für District 9, die Körper von King Kong und Wesen aus Avatar, Landschaften von Narnia, ein cooles Fahrzeug für Halo, und natürlich unzählige Sachen für Herr der Ringe hergestellt wurden (man durfte leider keine Fotos machen). Der Workshop hat auch zu großen Teilen am Hobbit mitgearbeitet, scheint cool zu sein, dort zu arbeiten.

Mittlerweile hatte ich schon drei erfolgreiche Skype-Sessions mit Freunden und Familie. Es ist nicht ganz so einfach zu organisieren, aber definitiv machbar. War echt schön, mal wieder mit ein paar vertrauten Gesichtern aus der Heimat ein kleines Schwätzchen zu halten. Als dann hier wieder Normalität (manchmal kommt es mir doch so vor, als würde ich der deutschen Sprache langsam ein wenig verlustig werden) eingekehrt war, habe ich mich auch wieder auf die Jobsuche begeben und mittlerweile meine ersten Arbeitserfahrungen gesammelt, da ich bei einer Autofirma als Autowäscher gearbeitet habe:

Nunja, was soll man sagen, es ist nicht annähernd so ansehnlich und interessant, wie es für manch einen vielleicht klingen mag, man arbeitet insgesamt quasi 10 h, das hieß dann für mich gegen 6 Uhr morgens aufstehen und gegen 6 Uhr abends zurückkommen. Dann galt es, etwa 15-30 Karren munter vom Parkplatz zu fahren, vor der „Putz-Garage“ abzustellen, dort zu säubern (also drinnen saugen, draußen alles waschen) und schließlich wieder zurückzufahren. Das alles natürlich unter größtmöglichem Zeitdruck und Stress. Mein erster Tag beispielsweise musste natürlich gleich mal der „heftigste Tag, den ich je gesehen habe“ (Zitat Rezeptionist) sein, super viel zu tun, während man langsam aber sicher vom unbarmherzigen Regen durchweicht wurde (nun gut, die Sonne war auch nicht viel gnädiger, weil dann die Seife sofort festklebte). Es war also nicht der spaßigste Job mit Mindestlohn, den ich hier erwischt hatte, und spätestens nachdem ich ein äußerst unvorteilhaftes Parkmanöver mit einem brandneuen 60.000-Dollar-Citroen gerissen hatte, bei dem sich die hintere rechte Tür eine ordentliche Beule gefangen hat (die glücklicherweise vom Mechaniker ausgebessert werden konnte), entschied ich, dass ich diese Abenteuer nun besser beende.

Abschließend lässt sich für mich sagen: diese drei Monate Neuseeland machen Lust auf mehr! Das neue Jahr werde ich vermutlich beim „erstes Silvester der Welt“ in Gisborne feiern und anschließend recht bald auf die Südinsel weiterreisen, wo die Landschaft noch schöner sein soll, ich freu mich drauf!

PS: Nein, ich habe den „Hobbit“ noch nicht gesehen (kam schon öfter, diese Frage). Aber bald kommt der Film auch für die Normalsterblichen hier in Neuseeland raus und dann werde ich ihn mir schnellstmöglich ansehen. Ich empfehle an dieser Stelle übrigens, den Film mit der neuen 48er Bildfrequenz zu sehen, da das ein großer neuer Schritt in der Filmgeschichte sein dürfte (Auch wenn ich befürchte, dass die 48er Frequenz nerven könnte, weil es den Film vielleicht zu echt wirken lässt; ich mag es eigentlich, dass manche Filme ihre eigene Welt haben und grade bei so einem Fantasy Film ist zu viel Realität möglicherweise nicht ideal.. Nunja, man wird sehen.)

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von lenstolz

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