Bad Luck, Dish-Washing, and the End of the World

Nach längerer Abwesenheit will ich mich mal wieder kurz melden. Die letzten Wochen waren nicht sonderlich ereignisreich, deswegen ist es ein wenig still um mich geworden.

Ich war bekanntlich auf Arbeitssuche, in der Hoffnung, mir meinen Aufenthalt hier in „Windy Wellington“ ein wenig finanzieren zu können. Doch all meine Bemühungen scheiterten kläglich.

Erst versuchte ich mein Glück als Dish-Washer in einem kleinen Aisa-Schnell-Imbiss, was wirklich reichlich abenteuerlich war. Ich hatte mich als „Kitchenhand“ beworben, in der Hoffnung, einfach 3-4 Stunden am Tag ein bisschen Teller zu schrubben. Doch es kam anders. Als ich wie vereinbart gegen 11 Uhr ankam, wurde ich sogleich von der Asiatin in der Küche in einem recht unverständlichen Englisch mit den Worten „Okay, ich zeig dir, wie du die Nudeln zubereitest.“ begrüßt. Und genauso ging es auch weiter. Ich war für die Nudeln, die Kartoffel, die Verpackungen und schließlich tatsächlich auch für das Abwaschen (bzw. in meinem Fall eher Abtrocknen) der Schalen zuständig. Die Chefin drängte darauf, mir bewusst zu machen, dass es gegen 12 wirklich „sehr stressig. SEHR sehr stressig.“werden würden, weil bei diesem Imbiss etwa immer 400 Menschen pro Tag ihr Mittagessen kauften. Nunja, sie hatte nicht zu viel versprochen, ich hatte wirklich keine ruhige Sekunde mehr in den darauffolgenden 2 Stunden. Ich verbrannte mir ab und an ein wenig die Hand am Nudel-Topf, musste aufpassen, dass immer genügend Papp-Schachteln bereitlagen, durfte hin- und herrennen, um verschiedenste Sachen aus bzw. zur Küche zu bringen und das alles natürlich mit der Chefin im Nacken, für die immer alles noch schneller gehen musste. Um 2 Uhr mittags war mein Probearbeiten dann beendet und nach einem kurzen Gespräch wurde ich mit einem kleinen Mittagessen heimgeschickt. So stressig es auch war, ich hatte den Job zufällig gefunden und beschloss, es für die verbleibende Zeit durchzuziehen, da beispielsweise auch die Arbeitszeiten recht angenehm waren. Auch das Gespräch verlief eigentlich nicht allzu schlecht und so war ich guter Dinge, als ich am Nachmittag wie vereinbart eine SMS schrieb, dass ich gerne weitermachen würde. Doch am nächsten Morgen folgte dann eine Absage mit der Begründung, dass jemand anders den Job bekommen hat. Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob die Bande mich einfach ausgenutzt hat, da ich ja für umsonst gearbeitet habe, es mir nicht so schien, als würde sich noch jemand um den Job bewerben und es zuvor noch so klang, als wollten sie mich nehmen.

Nunja, das war dann also nichts. Genauso lief es mit den Agencies. Bevor ich mein Glück mit Car-bzw. Dish-Washing versuchte, versicherten die Agencies mir, dass in den nächsten zwei Wochen viel los sein würde und sie mich kontaktieren würden. Doch da ich mich mit anderer Arbeit in dieser Zeit beschäftigte, war es mir recht egal, dass ich nie kontaktiert wurde. Als das alles jedoch nichts wurde und ich bei der vielversprechendsten Agency, dem Temp-Center, vorbeiging, teilten sie mir mit, dass da wohl ein Fehler vorgefallen sei und ich irgendwie durchs System gerutscht wäre, weil sie die letzten Wochen wirklich noch ein paar Helfer gebraucht hätten. Jetzt gäbe es aber wieder nichts mehr in Aussicht.

Meine frustrierende Jobsuche endete schließlich damit, dass ich auch bei meinem Hostel übergangen wurde und mein Lebenslauf mit meinen Kontakt-Daten nach einem Monat nicht rechtzeitig den Weg von der Rezeption zu den Verantwortlichen für die Arbeit dort fand und daher nicht ich, sondern ein paar Menschen, die genau zur richtigen Zeit nachfragten (und keine zwei Tage hier waren), genommen wurden. Es gäbe aber wieder neue Arbeit ab Anfang Januar (geschickterweise also genau dann, wenn ich weiterreise.). Doch das alles war mir dann am Ende auch egal, was soll’s. Dafür hab ich hier immer ein paar nette Abende mit den Mitbewohnern und kann wenigstens mein Englisch ein wenig trainieren.Vor kurzem gab’s ein größeres Billard-Tunier, bei dem ich leider nicht ganz so gut abgeschnitten habe, dafür konnte ich mich dann jedoch beim Tisch-Kicker rächen.

Die letzte Woche verbrachte ich dann damit, wieder ein wenig kreativ zu werden und auch ein wenig das Wetter zu nutzen. Wir waren am Strand, sind vom Hafen ins Wasser gesprungen und es gab ein Christmas-BBQ, was man halt so macht um die Weihnachts-Zeit.

Ich wünsche euch allen ein frohes Fest!

Bis bald,

Len

 

PS: Wir saßen natürlich äußerst gespannt (*hust*) am Tisch, als es auf 00:00 am 21. Dezember zu ging. Sollten wir tatsächlich die ersten sein, die den Weltuntergang miterleben mussten und das auch noch fernab der Heimat? Naja, wie jeder weiß, kam es erfreulicherweise anders. Arme Apokalyptiker, vielleicht klappt’s ja nächstes Mal.

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von lenstolz

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