Kaikoura

Wir zogen also weiter nach Kaikoura. Da man die Strecke Motueka – Kaikoura nicht an einem Tag fahren kann, beschlossen wir, den ersten Teil per Anhalter zu absolvieren. Dies stellte sich mal wieder als kniffliger raus, als erhofft. Wirklich jeder berichtete uns, wie einfach man in Motueka auf diese Art vorankommen kann, doch wir standen wieder mal eine Stunde an der Straße ohne jeglichen Erfolg. Langsam wurde es eng, da wir unseren Anschluss-Bus in im nächsten Ort Nelson erwischen mussten. Kat meinte spaßeshalber, dass ich vielleicht weiter weg von der Straße stehen sollte, um unsere Chancen zu erhöhen. Gesagt, getan. Drei Minuten später hielt ein Auto. Ich nehme das bis heute persönlich.

Nun sind Kat und ich seid über 2 Wochen hier in Kaikoura. Wir leben zusammen mit ein paar Freunden aus Wellington in dem süßen Hostel „Sunrise Lodge“ und arbeiten dort für unsere Unterkunft. Der Job ist schwer in Ordnung, da das Hostel recht klein ist und daher bei der täglichen Arbeit nicht allzu viel anfällt. Ein wenig Betten machen, Küche aufräumen und Klo putzen halt. Man lernt natürlich wieder eine Menge Menschen kennen, auch wenn viele nur auf der Durchreise sind und nicht länger als eine Nacht bleiben. Dies war nicht der Wunsch-Job, für den wir hier her kamen. Wir hatten eigentlich gehofft, in einem anderen Hostel für eine anständige Bezahlung zu arbeiten. Doch als wir dort dann nachfragten, wollte die Chefin wissen, wie lange wir vor Ort sein würden. Sie bräuchte jemanden bist Ende März, wir wollten jedoch nur bis Ende Februar hier bleiben. Mittlerweile hat mir wirklich jeder hier geraten, jeden Arbeitgeber einfach eiskalt anzulügen, da man sonst nie einen Job bekommen würde (was auch wirklich irgendwo stimmt), aber als diese ältere Dame uns mit verzweifelten Blick ansah, mussten wir doch nachgeben und gestanden, dass wir nicht so lange bleiben wollten. Wir bereuen das heute noch, da wir im Anschluss daran die ganze Stadt abklapperten und nichts fanden bzw. immer dieselben leeren Worte als Antwort bekamen: „Wir melden uns dann bei dir“. Das ist die größte Lüge, die man hier zu hören bekommt, von 20 Bewerbungen wurde ich vielleicht einmal zurückgerufen. Ich muss an dieser Stelle zugeben, dass ich an meinem ersten Tag auf Arbeitssuche hier vermutlich nicht den besten Eindruck erweckt habe: es war regnerisch, weswegen ich meine leicht zu groß geratene Regenjacke trug, im ersten Restaurant vor der versammelten Mannschaft gleich mal ordentlich über ’ne Stufe stolperte und dann schließlich durch meine beschlagene Brille die Bedienung nach einer Jobmöglichkeit bat. Sie erklärte mir, dass es hier momentan nichts gebe und auch im Partner-Restaurant gegenüber nicht. Ich verstand den Namen dieses Restaurants nicht und ging – motiviert wie ich nun mal war – auch bei diesem Restaurant später vorbei. Geschickterweise traf ich auf die gleiche Bedienung, die recht erstaunt/schockiert war, dass ich ihre Aussage doch glatt ignoriert hatte. Ich kam mir schön blöd vor und rechnete mir dann bei diesen zwei Restaurants nicht mehr die größten Chancen aus. Naja, man muss hartnäckig bleiben. Aber wenn sich hier in nächster Zeit nichts besseres ergibt, werde ich wohl nach Christchurch weiterziehen.

Denn so nett es hier auch ist – oft schönes Wetter, 100 Meter zum Strand, Subway gleich ums Eck – die großen Attraktionen wie z.B. mit den Delfinen schwimmen oder Helikopter-Fliegen kosten eine Menge Geld, das hiesige Kino hat ganze 2 Filme zu bieten und kostenloses Internet gibt es auch nirgends. Da bleibt also nur ein Spaziergang über die Peninsula, die man mit dem Fahrrad erreichen kann. Die Landschaft dort ist wirklich wunderschön, gerade hier in Kaikoura ist es äußerst bemerkenswert, wie nah am Meer die Berge liegen. Ein weiteres Highlight ist übrigens der Langusten-Fang („Kai“ steht für Essen und „koura“ für Languste in der Maori-Sprache): man kann die besagten Seewesen hier selber fangen oder teuer im Restaurant essen. Da zwei meiner Freunde mit einem Hobby-Fischer fischen gehen durften, gab es bei uns an ein paar Abenden dann Langusten zu essen, schmecken ganz anständig.

Somit unternehmen wir momentan nicht allzu viel, man wird ein wenig faul hier. Ich komme ab und an dazu, endlich mal ein wenig kreativ zu werden, aber das war’s dann auch schon. Ohh, und die wilden Tiere, die ich hier hautnah zu sehen bekommen habe, darf ich natürlich nicht vergessen! Ich traf auf einen süßen, schlafender Seehund und auf den aggressiven Nachbars-Singvogel („Magpie“ genannt, diese Bestie ist australischer Herkunft), der anscheinend nicht begeistert davon war, dass ich ihn filmte und mich gleich mal schön in den Finger biss. Nunja, ich wäre als Vogel auch nicht überglücklich, wenn ich den lieben langen Tag nur in so einem kleinen Garten rumhängen könnte.

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