Roadtrip with mum and aunt Part 3: Overnight Cruise on the Doubtful Sound & Visit to the Milford Sound

Auf eines ist hier in Neuseeland fast so viel Verlass wie auf die Genauigkeit einer schweizerischen Uhr: die Unpünktlichkeit der Busse. So warteten wir auf den Bus, der uns zu unserem Schiff bringen sollte, doch wie immer kam dieser so viel zu spät, dass man schon dabei war, die Richtigkeit des Datums und der Buchung anzuzweifeln. Aus dem Bus sprang wie (fast) immer hier ein kauziger und gut gelaunter Busfahrer, der sich für die Verspätung entschuldigte und uns dann nach Manapouri, den Startpunkt unserer Kreuzfahrt brachte. Zu diesem Zeitpunkt stellten wir fest, dass wir keine Fahrt über den bekannten Milford Sound bestreiten würden, sondern über seinen ‚großen Bruder‘, den etwas unbekannteren Doubtful Sound.

Zuerst ging es mit einem kleineren Schiff und bei bestem Wetter über den Manapouri Lake, was bereits ein paar tolle Anblicke bot, jedoch nur ein Vorgeschmack sein sollte. Anschließend brachte uns ein Bus über ein kleines Landstück, das zwischen dem Lake und dem eigentlichen Doubtful Sound lag und danach wurde endlich umgestiegen in unser Kreuzfahrtschiff, ein wirklich prächtiges Gefährt.

Die Crew hatte selbstverständlich verschiedenste Unternehmungen für uns Gäste geplant, dass uns auch ja nicht langweilig werden würde. Wobei die beeindruckende Landschaft des Doubtful Sounds eigentlich schon unterhaltsam genug war: Da der Doubtful Sound sich (genau wie der Milford Sound) im Fjordland Neuseelands befindet, fährt man mit dem Kreuzfahrtschiff auf diesem weit ins Landesinnere hineinreichenden Meeresarm der Tasmansee entlang und kann somit allerlei Naturspektakel genießen. Wir hatten ein mildes und trockenes Wetter erwischt (es wurde jedoch später neblig und feuchter), wodurch der Sound sich nicht von seiner bekanntesten Seite zeigte; bei starkem Regen entstehen auf den steilen Hängen, die man durchfährt, unzählige vorübergehende Wasserfälle. Ein Umstand, der von der speziellen Form von Regenwald, der dort wächst, begünstigt wird und dafür sorgt, dass die Wasserfarbe äußerst dunkel ist.

Die Crew ließ uns schließlich per Kajak oder mit einem kleinen Boot den Fjord etwas genauer betrachten und wer wollte, durfte auch mal eine Runde im Wasser schwimmen. Auch die Tierwelt versteckte sich nicht vor uns: Wir machten Stopp in der Nähe einer Seehund-Kolonie, die sich auf ein paar Felsen niedergelassen hatte, der Kapitän bemerkte ein paar Delphine, die hinter unserem Schiff schwammen und auch einen kleinen Gelbaugenpinguin sahen wir einsam auf einer kleinen Lichtung rumwatscheln.

Auch über die Verpflegung konnte man sich beim besten Willen nicht beklagen. Das Abendessen war sehr lecker und gut organisiert und auch das Frühstück am nächsten Morgen war fein. Über Nacht wurden die Motoren ausgestellt, sodass man recht gut schlafen konnte. Am nächsten Morgen wiederum ließ es sich auch gleich ganz leicht aufstehen, da das Dröhnen der wieder angestellten Motoren sich wie ein gigantischer Wecker anfühlte, der einen halb aus dem Bett warf.

Zuletzt durchfuhren wir noch einen kleinen Seitenarm, der wohl der faszinierendste Teil des Doubtful Sounds war. Hier gab es immerhin kleine Wasserfälle und so hielten wir für einen kurzen Moment inne und genossen schweigend dieses Naturspektakel.

Als wir drei wieder zurück an unserem Ausgangspunkt in Te Anau angelangt waren, beschlossen wir, dass wir es nicht auf uns sitzen lassen konnten, den Milford Sound nicht besucht zu haben und machten uns spontan mit unserem Auto auf den Weg dorthin.

Die UNESCO zählt diesen Sound zum Weltnaturerbe und Rudyard Kipling (Autor von bekannten Büchern wie z.B. „Das Dschungelbuch“) nannte ihn das achte Weltwunder. Es handelt sich dabei von der Wasserfläche her, wie bereits erwähnt, um eine kleinere Version des Doubtful Sounds. Doch ein großer Unterschied liegt in dem Weg vom Landesinnere zum Meeresarm: die 120 Kilometer, die es von Te Anau bis hin zum Milford Sound zu bewältigen gilt, kann man wirklich ein achtes Weltwunder nennen. Hinter jedem Hügel dieser unveränderten Gebirgsregion wartet einen weitere faszinierende Landschaft (wobei uns als allererstes eine riesige Herde Schafe begegnete, die die Straße blockierte), von weiten Kornfeldern über die makellosen Mirror Lakes bis hin zum Homer Tunnel, der in eine von Regenwald bedeckte Schlucht führt, die schließlich beim Fjord endet. Hier ist also wirklich der Weg das Ziel! Die Wasserfläche des Milford Sounds war für uns nicht mehr allzu atemberaubend, da wir das alles schon mehr oder weniger ähnlich beim Doubtful Sound sehen durften, doch es sollte auch hier wieder einen signifikanten Unterschied geben: Fjordlands schlimmstes Ungeziefer – die Sand Flies – hatten uns zuvor noch gnädigerweise verschont, doch am Milford Sound trafen wir eine richtig ausgehungerte Bande an und so konnte man sich von ihren Bissen kaum noch retten. Deswegen verweilten wir nicht allzu lange dort und fuhren recht bald weiter gen Süden, nach Invercagill.

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