Third WWOOFing Place: Stonehaven, near Wanaka

Da WWOOFen (zur Erinnerung: Willing Workers On Organic Farms) eine wirklich gute Alternative bietet, um sich hier in Neuseeland kostengünstig durchzuschlagen, beschloss ich mit einer befreundeten Kanadierin namens Stella, wieder für knapp zwei Wochen auf einer Farm auszuhelfen. Ich rief etwa knapp 20 Farmer an und einer hatte dann endlich mal Platz für uns. Dieser WWOOF Host war also nicht gerade unsere erste Wahl, was Gründe hatte. Während man sonst im WWOOF-Buch einen kleinen informativen Text von etwa vier, fünf Sätzen über die Farm, die Aufgaben, die Umgebung sowie mögliche Aktivitäten dort lesen konnte, standen diesmal dort nur die Aufgaben beschrieben, die es zu erledigen galt:

„Auf die Baum-Sammlung und junge Bäume aufpassen, dekorative Gartenarbeit sowie Instandhaltungsarbeiten.“

So. Also wenn man da nicht den Eindruck bekommt, dass es dort ein wenig eigenartig zugehen könnte, weiß ich auch nicht (dieser Text schien ja auch sonst niemanden anzusprechen, da dieser Platz als einziger frei war). Wir stellten uns sogleich vor, dass wir vielleicht tatsächlich einfach auf ein paar Bäume starren und zwischendurch ein paar Gartenzwerge aufstellen würden.

Es kam dann doch anders: Es handelte sich um ein älteres Ehepaar, das eine Art Landhaus – vier Kilometer vom schönen Örtchen Wanaka entfernt – besaß. Sie holten uns in der Stadt ab und machten uns mit den Eigenheiten dieses Landhauses vertraut: Es gab ein Huhn, zwei Kühe, eine Katze sowie einen Hund. Das Gebäude wurde „Stonehaven“ getauft und diente früher auch als Bed & Breakfast, weswegen es schön eingerichtet war und auch Gästezimmer hatte. Man könnte nun vermuten, dass wir in diesen Gästezimmern untergebracht würden. Weit gefehlt. Wir verbrachten die Nächte in einem Wohnwagenanhänger im Garten ohne Heizung, doch immerhin mit einem Anschluss für Strom, sodass wir immerhin Licht hatten. Nachts durften wir dann einerseits den Elchen lauschen, die aufgrund ihrer Brunftzeit lautstark vor sich hin grölten, und uns andererseits in den Schlafsack mummeln, da es doch recht frisch wurde.

Auch die Arbeit fiel etwas anders aus als erwartet. Wir hatten entweder Holz für ein paar Stunden zu hacken, Löcher für junge Bäume zu graben oder andere Kleinigkeiten rund um den Garten zu erledigen. Wenn wir nicht am arbeiten waren, hielten wir uns meist im Landhaus auf, wo wir sogar das Internet benutzen durften.

Alles in allem kann man sagen, dass es keine schlechte Zeit im „Stonehaven“ war. Wir hatten nicht gerade das beste Zimmer und die Essens-Portionen waren leider oftmals ein wenig klein gehalten, doch es gab Internet, die Arbeit war recht überschaubar und das Paar war manchmal sonderbar, aber doch immer nett zu uns. Und als an Ostern auch noch die Tochter zu Besuch kam und wir ein paar kleine Schokoeier zu essen bekamen, war das auch nicht schlecht. Des Weiteren gab es ab und an einen wirklich tollen Nachthimmel zu genießen mit einem beeindruckend hell strahlenden Mond und wir erkundeten mit einem sehr schönen Walk die Umgebung um Wanaka.

Der aktuelle Stand ist nun, dass ich nach Alexandra weitergetrampt bin, um dort endlich wieder ein wenig Geld mit dem Fruit Picking zu verdienen. Ich habe nun einen Job bekommen und werde daher ab nächstem Montag voraussichtlich (hier ändert sich alles ja immer schnell) die kommenden zwei Wochen auf einem Weingut Trauben pflücken.

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von lenstolz

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