Skydive over the Vulcanoes around Taupo

Ich hatte mir die größten Ereignisse bis zum Schluss aufgehoben, eines davon war ein Tandem-Fallschirmsprung über der wunderschönen Vulkanlandschaft um die Stadt Taupo auf der Nordinsel Neuseelands. Vorgenommen hatte ich mir dies mit Stella, einer befreundeten Kanadierin (mit der ich auch in Wanaka gewwooft habe), und so trafen wir uns in Taupo am Tag des Sprungs, wobei sich uns noch Faith, eine nette Schottin, anschloss.

Um auf Nummer Sicher zu gehen, hatte ich den Sprung im voraus gebucht und so rief ich am Nachmittag wie vorgeschrieben eine halbe Stunde, bevor wir abgeholt werden sollten, an, um zu überprüfen, ob die Wetterverhältnisse gut genug waren. Es war recht windig und man sagte mir am Telefon tatsächlich, dass der Termin aus Sicherheitsgründen um eine Stunde verschoben werde. An dieser Stelle muss man sagen, dass wir doch ein wenig nervös wurden und uns Ungewissheit dann erst recht nicht weiterhalf. Wir wollten es jetzt einfach nach dieser langen Planung durchziehen und so waren wir doch erleichtert, als uns eine Stunde später grünes Licht gegeben wurde.

Wir erreichten den Flughafen gegen 15 Uhr nachmittags und wurden dann recht bald eingewiesen und in die Sprunganzüge gepackt. Ich wurde meinem ‚Tandem Master‘ Marley vorgestellt und wir gaben natürlich recht bald die klassischen Sprüche zum Besten: „Na, Herr Tandem Master, ist das heute dein erster Sprung?“ – „Ja, woran hast du das denn erraten?“ oder „Wie geht’s dir, Len?“ – „Och joa, will mal nicht klagen. Und selbst? Alles gut daheim? Keine Krise, Selbstmordgedanken oder sonst was? Wenn doch, bitte jetzt sagen…“ Das endete schließlich damit, dass Marley mit einer Mandarine an mir vorbeiging und ich ihn fragte, ob er diesen Snack etwa während unseres Sprungs verdrücken würde. Er antwortete: „Nee, hatte ich eigentlich nicht vor, aber was hältst du davon, wenn du das stattdessen versuchst?“ Diese Idee war so wunderbar bescheuert und ich hatte es mir ja selbst eingebrockt, da konnte ich einfach nicht Nein sagen.

Es ging dann also bald in die Lüfte mit dem kleinen, leicht schrottreifen wirkenden Flugzeug. Es kam mir vor, als könnte die nächste Windböe das Fluggerät auseinander nehmen, aber das war sicherlich nur Einbildung. Ich versuchte mich sowieso größtenteils auf meine Mandarine zu konzentrieren, genoss aber auch ab und an die beeindruckende Aussicht, stets mit dem Gedanken: „Jup, da segelst du gleich in freiem Fall dran vorbei, jippie..!“.

Die schlimmsten Sekunden waren dann der Moment, als die Luke geöffnet wurde und ich als erster mit Marley zum Ausgang kroch, noch schnell ein ‚Exit-Foto‘ schoss und dann in die unglaubliche Tiefe blickte. Es wirkte geradezu unecht. Wir wippten einmal nach vorne. Zweimal. Beim dritten Mal ging es dann tatsächlich runter. Auch das war erst mal ein Schock für mich, ich bekam ein wenig das typisch mulmige Gefühl im Magen. Doch dies wich in Sekundenschnelle der Begeisterung, als ich mich an die Situation angepasst hatte. Man kann gar nicht wirklich realisieren, dass man gerade mit knapp 200 km/h aus etwa 4000 Metern Höhe fällt. Der freie Fall dauerte etwa 40, 45 Sekunden. In dieser Zeit versuchte ich natürlich erst, wie besprochen, diese dumme Mandarine zu schälen, während der Kamera-Mann wild an uns vorbei sauste. Es wollte überraschenderweise nicht so wirklich gelingen, ich riss die Frucht einfach irgendwie in zwei Teile, bekam ein wenig Saft ins Gesicht und entschied, es dabei zu belassen. Ich ließ die zwei Hälften los, sie segelten davon (wo die wohl gelandet sind?) und ich riss noch flott ein paar dumme Posen, wie z.B. den Superman. Nach dem freien Fall segelten wir mit dem Fallschirm dann schließlich noch in ein paar wilden Kreisen und Drehungen zum Flughafen zurück. Mein Tandem Master, der bei der ganzen Aktion doch einiges zu lachen hatte, meinte dabei übrigens, dass ich das Highlight seines Tages war, auch wenn sein Snack nun weg war.

Alles in allem ein wahnsinniges Erlebnis, das ich wohl wiederholen und definitiv jedem empfehlen würde. Nur das mit der Mandarine nicht unbedingt. Vielleicht lieber eine Banane nehmen?

Hier nun also das Video meiner ganzen Gruppe beim Fallschirmsprung sowie eine schnell mal von mir gekürzte Version, in der nur der Anfang mit meinem Sprung zu sehen ist.

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von lenstolz

Ein Kommentar zu “Skydive over the Vulcanoes around Taupo

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