Singapore

Singapur. Der wirtschaftliche Mittelpunkt Südostasiens, eine kleine eigene Welt zwischen dem malaysischen Festland und den indonesischen Inseln. „Singapur, ein Ort der Superlative, hier treffen moderne Hochhäuser auf antike Tempel…“ bla bla und was man nicht sonst noch so alles liest. Vor allem hört man so oft, wie hochentwickelt die Stadt ist und dass sie sich selbst als eine „grüne“ Metropole bezeichnet.

Mit den Hoffnungen auf dieses kleine grüne Stück Asiens stieg ich in das Flugzeug nach Singapur. Als ich schließlich den Flughafen verließ, stellte ich fest, dass die Wirklichkeit doch ein wenig anders sein sollte:

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Wir wurden von einen dicken Wand aus Smog begrüßt. Das Atmen fiel uns schwer und auch die kuschligen 35 Grad machten die Sache nicht besser. Wir versuchten, so schnell wie möglich ins Hostel zu kommen, wo uns die frische Luft der Klimaanlagen erwartete.

Wir gingen noch kurz etwas zu Abendessen und ruhten uns dann aus, der Tag war wieder ein klein wenig stressig und anstrengend gewesen: Ich hatte in Bangkok leider nicht ganz darauf geachtet, wie der Name unseres Flughafens lautete. Als ich Leute tags zuvor nach dem besten Weg zum Flughafen gefragt hatte, kam schließlich auch nicht die Frage auf, WELCHEN Flughafen ich denn meinen würde.

Nichtsdestotrotz fiel meinem Bruder dann kurz vor der Ankunft am Flughafen mit einem Blick auf die Flugtickets und einem darauffolgenden, leicht vorwurfsvollen Ton auf, dass wir nicht vom bekannten Subvarnabhumi Airport fliegen würden, sondern vom alten Don Mueang Flughafen. Kurze Zeit später kamen wir am Subvarnabhumi Flughafen an und fragten dort – mit Gefühlen zwischen minimalem Stress und Panik – nach, wo denn dieser Mueang Flughafen wäre. Es war nicht einfach, eine verständliche Antwort zu bekommen, aber am Ende erklärte man uns, dass ein Shuttle Bus vom Gate 3 dorthin fahren würde.

Ich war beruhigt, da ich mir dachte, dass es in dem Fall ja nicht weit sein würde und wir ja immerhin recht früh an den Flughafen gekommen waren (knapp 2 ½  Stunden vor Abflug). Es sollte sich rausstellen, dass ich mich mit dieser Annahme ein klitzekleines bisschen täuschen sollte: Erst mussten wir 20 Minuten auf den nächsten Bus warten, dann brauchte dieser knapp 1 Stunde, bis wir endlich dort waren (ironischerweise fuhren wir zurück ins Zentrum, von wo aus wir her kamen und dann Richtung Norden – ein leichter Umweg also…). Naja, es wurde ein wenig stressig mit der Gepäckabgabe und allem, aber wir schaffen es auf den Flug und alles war okay.

Beim Hinweg zum Hostel hatte ich in Singapur dann übrigens sowohl den Weg wie auch die Ankunftszeit beim Hostel bestens vorbereitet, was aber nicht wirklich nötig war, da die Rezeption bis lange in die Nacht offen hatte und Singapur einfach sehr gut organisiert ist.

Wir verbrachten daraufhin ein paar Tage inmitten des dichten Smogs, den man hierzulande recht verharmlost als Haze, also Dunst oder Nebel, bezeichnet. Manch einer wird vielleicht im Zusammenhang mit dem Formel-1-Nacht-Rennen in Singapur davon etwas mitbekommen haben und gehört haben, dass das Rennen aufgrund der gesundheitsgefährdenden Zustände fast abgesagt worden wäre. Was soll man sagen? Es ist nicht wirklich besser geworden.

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Das Ärgerliche bei diesem sogenannten Haze ist, dass Singapur gar nichts dafür kann. Eigentlich gibt es in Singapur wirklich viele ursprüngliche Grünflächen und auch frische Luft (worauf die Einwohner zu recht stolz sind), aber jedes Jahr vor der Regenzeit betreiben viele Firmen in Indonesien eine äußerst aggressive Brandrodung, die die gesamten Nachbar-Länder betrifft. Hoch bis nach Thailand leiden die Menschen Jahr für Jahr mindestens einen Monat lang unter dem dadurch entstehenden Smog, wobei es dieses Jahr leider besonders schlimm ist (siehe: http://www.sueddeutsche.de/panorama/asien-waldrodung-verpestet-indonesiens-luft-1.2674179?utm_campaign=socialflow&utm_medium=social)

Ich und mein Bruder versuchten dennoch, die Stadt so gut es geht zu erkunden. Wir legten uns ein paar der empfohlenen Atemschutzmasken zu und versuchten uns ein wenig draußen umzusehen mit Spaziergängen und der Sight-Seeing-Bus-Tour. Es war aber wirklich einfach nur anstrengend: Heiße Temperaturen, stickige Luft und kein bisschen Himmel zu erkennen. Am dritten Tag kam noch strömender Regen dazu.

Es war wirklich nicht gerade das beste Timing, um Singapur zu entdecken, wir versuchten daher, uns in den Gebäuden umzusehen. Wir probierten ein Kino aus (das wirklich extrem runtergekühlt wurde) und das Museum für zeitgenössische Kunst (war nicht so mein Fall ehrlich gesagt).

Schließlich beschloss mein Bruder, weiterzureisen, da einerseits die Smog-Situation sehr anstrengend war und andererseits auch die Kosten in Singapur nicht zu verachten sind. Es handelt sich hierbei um ein ganz anderes Niveau als beispielsweise in den viel billigeren Nachbarländern.

So trennten sich unsere Wege in Asien (vorerst?), indem er einen Bus nach Kuala Lumpur, Malaysias Hauptstadt, nahm und ich in Singapurs Smog zurückblieb. Dieser sollte sich aber erfreulicherweise schon bald ein wenig lichten.

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von lenstolz

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