Christmas in Tokyo

Mit einer sehr langen Verspätung kommen hier nun die Berichte zu der Woche im wundervollen Japan! Ich hatte leider ein bisschen zu tun und auch eine Menge Bilder zu sortieren, da ging das alles ein bisschen.

Nach meinen 3 Monaten im supermodernen Singapur ging es nun weiter in eine nicht minder moderne Metropole: Tokyo! Ich kam in der Nacht des 23. Dezember an und schlug mich dann irgendwie zum Hostel durch, wo mich bereits mein Bruder erwartete. Direkt fiel mir das erste Positive auf: auch wenn die Metro in Japan – genau wie wohl überall in Südostasien – ihren Betrieb von 0 bis 6 Uhr morgens einstellt, so haben die meisten 7/11 und Family-Marts jeden Tag rund um die Uhr auf, ein grandioser Vorteil, würde ich mal sagen!

Unsere Unterkunft war dann ein Kapsel-Hotel, um genau zu sein. Hier hat jeder Gast anstatt eines Bettes eine ganze kleine Räumlichkeit für sich, je nach Hotel und Preis kann man da dann schon mal einen Fernseher oder ein Radio mit drin haben. Die Kapseln sind nicht gerade riesig, aber für ein paar Nächte lässt es sich darin definitiv gut aushalten und man hat auf jeden Fall deutlich mehr seine Ruhe als in einem Hostel Mehrbettzimmer beispielsweise.

Den 24.12. verbrachten wir sehr entspannt: wir begannen damit, uns im „Manga Viertel“ Akihabara umzusehen und gönnten uns dann gegen Nachmittag den neuesten Star Wars in einem IMAX (ganz cooles Kino, aber das weltgrößte IMAX in Sydney bleibt einfach ungeschlagen). Nach einer sogenannten Okonomiyaki (eine Art Pfannkuchen, ganz lecker eigentlich) hab ich mich dann noch etwas im Shibuya Bezirk umgesehen, wo selbst am Weihnachtsabend die Straßen vollgepackt waren.

Den nächsten Tag begannen wir dann mit einem Frühstück auf dem namhaften Tsukiji Fisch-Markt. Dort gönnten wir uns eine Runde Sushi und Sake. Es wurde vor uns mit dem frischen Fisch vom Markt zubereitet und hat gut geschmeckt. Das ganze wurde dann noch dadurch gekrönt, dass ein älteres, japanisches Ehepaar darauf bestand, uns beim Genuss unseres Frühstücks zu helfen. So riet man uns, den Sake doch bitte heiß zu bestellen und zeigte uns die korrekte Abfolge beim Essen des Sushis.

Überhaupt sollte sich dieses Muster durch unsere gesamte Zeit in Japan ziehen: ich und mein Bruder standen so manches Mal ein wenig überfordert vor einem Problem, dass fast nur mit dem Verständnis der japanischen Schriftzeichen gelöst werden konnte, beispielsweise bei den Metro Stationen. Da ging es dann meist keine 2 Minuten, bis uns ein freundlicher Einwohner ansprach und uns gar fragte, ob er helfen dürfte. Diese Freundlichkeit (manch einer mag sie als aufgesetzt und falsch empfinden, ich fand es aber sehr angenehm) trotz oftmals eher geringerer Englischkenntnisse fand ich wirklich klasse, so etwas hab ich bisher wohl nur in Neuseeland gesehen (und eher selten in Deutschland…).

Nach dem erfolgreichen Fisch-Frühstück ging es dann weiter zum Meiji Schrein. Den kann man mal besuchen, aber er kann definitiv nicht dem Sonoji Tempel das Wasser reichen, den wir uns am darauffolgenden Tag angesehen haben. Begleitet wurden wir dabei – wie so ziemlich die komplette Zeit – von bestem Wetter. Es herrschte ein angenehm kühles Wetter bei bestem Sonnenschein, durchaus mal eine angenehme Abwechslung zu den oftmals regnerischen 30 Grad in Singapur.

Nach einer weiteren Station im Nakano Viertel (noch mehr Manga/Anime Zeug) machten wir uns zum World Trade Center Building auf, von wo aus wir einen schönen Blick auf die Stadt bekamen und zusahen, wie es langsam Nacht wurde. Im Anschluss daran sah ich mich noch im Viertel Shinjuku, wo mindestens so viel Trubel wie im Shibuja Bezirk war, und im Shopping-Viertel Ginza um. Interessant war übrigens, zu sehen, wie die ganzen Marktschreier und sonstigen Verkäufer scheinbar nur der japanischen Sprache mächtig waren und mich daher nicht als Teil der Zielgruppe sahen und manchmal sogar den Augenkontakt vermieden.

Am letzten Tag ging es dann frühmorgens gleich nochmal in luftige Höhen, da wir uns einen Besuch beim Tokyo Tower, dem Wahrzeichen der Stadt, gönnten. Die Aussicht war wirklich beeindruckend auf den 250 Metern. Vermutlich wäre sie in Tokyos höchster Konstruktion, dem Skytree, noch eindrucksvoller gewesen, aber wir entschieden uns dann doch lieber für den klassischeren Ausblick. Allein schon die lange Zeit, die wir im dazugehörigen „One Piece“- Fanshop verbrachten, bestätigte unsere Wahl wohl.

Einen gemütlichen Spaziergang kann man dann übrigens in den Gärten des kaiserlichen Palasts bzw. vor Schloss Edo machen. Nachdem wir selbiges getan hatten, ging es für uns weiter zu meinem traditionellen Highlight in Toyko: nach Asakusa, wo man den bereits erwähnten Sensoji Tempel mitsamt Pagode bewundern kann. Zu dem ganzen Konstrukt gehört des Weiteren ein beeindruckender Markt, wo man viele Souvenirs und Leckereien kaufen kann.

Den Abend ließen wir dann schließlich auf der künstlich errichteten Insel Odaiba ausklingen, wo angeblich die hippen Kids gerne abhängen und man einen schönen Ausblick auf die Skyline von Tokyo samt Freiheitsstatur-Kopie genießen kann. Zu unserer freudigen Überraschung fand keine halbe Stunde nach unserem Eintreffen auch gleich noch ein Feuerwerk statt – die Japaner sind halt immer für eine Überraschung gut!

Am späten Abend ging es dann mit dem Nacht-Bus weiter nach Kyoto. Die Fahrt könnte man innerhalb von 3 Stunden mit dem sogenannten Shinkansen bzw. Bullet-Train bewältigen, aber da diese Variante um die 100 Euro gekostet hätte, entschieden wir uns dafür, für 70 Euro über Nacht zu fahren und damit dann immerhin auch gleich noch die Übernachtung einzusparen. Mein Bruder zeigte sich bei unserem Bus etwas enttäuscht: es handelte sich um 3 einzelne Reihen von Sitzen, die durch dünne Vorhänge getrennt werden konnten. Er hatte jedoch tatsächlich richtige Betten erwartet, da das wohl beispielsweise gang und gäbe in Ländern wie Laos und Kambodscha sei.

In sitzender Schlaf-Position ging es dann schließlich weiter nach Kyoto…

 

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von lenstolz

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