Singapore: East Coast and Japanese Garden

Nach längerer Pause melde ich mich mal wieder zurück.

In letzter Zeit habe ich nicht sonderlich viel unternommen, da ich versuche Geld zu sparen. Ich gönne mir ab und an einen Besuch im Kino, da man hier für knapp 5 Euro einen Film gucken kann, was ich einen fairen Deal finde (empfehlen kann ich an dieser Stelle „The Martian“, „Spectre“ natürlich und „The Walk“, abraten würde ich von „Cooties“, den ich in einem Sneak Preview erwischt habe, yay.).

Ansonsten versuche ich, gratis Sachen auszuprobieren, daher war ich vorletztes Wochenende am Strand im Osten von Singapur und letztes Wochenende im chinesischen und im japanischen Garten der Stadt.

Ich war angenehm überrascht, wie warm das Meer hier ist, als ich am Strand war. Man kann hier sehr entspannt kurz mal ans Meer gehen, es ist nur ein paar Meter von den letzten Häusern entfernt. Dort in Katong gibt es auch eine Menge schöner Ecken zum Essen und Entlangspazieren, definitiv auch einen Besuch wert.

Der chinesische und der japanische Garten waren leider nicht ganz so wie ich es von anderen solchen Gärten gewohnt bin. Anstatt klein und sehr detailliert hergerichtet waren sie groß und nicht allzu beeindruckend, vor allem der chinesische Teil. Das lag natürlich auch daran, dass gerade recht viel dort repariert wird.

Der japanische Garten war dann schon aufregender. Einerseits machte er von der Gestaltung her mehr für mich her, aber andererseits auch von den Wesen, auf die man dort traf: Das waren unter anderem viele bunt verkleidete Cosplayer (also Menschen, die sich als ihre Lieblings-Manga-Figuren verkleidet hatten), aber vor allem auch ein paar interessante Vertreter aus der Tierwelt.

 

von lenstolz

Saigon (Ho-Chi-Minh City)

Da Singapur an sich eine recht gute Lage in Südostasien hat, beschloss ich einen Ausflug nach Vietnam zu unternehmen, genauer gesagt nach Saigon. Die Stadt, die man heute offiziell Ho-Chi-Minh City nennt, liegt im Süden Vietnams und bildet mit mehreren Millionen Einwohnern eine Art „Business-Zentrum“ Vietnams: hier geht es im Vergleich zu anderen Gegenden deutlich moderner, zivilisierter und auch konservativer zu.

Ich kam am Freitagabend in meinem Hostel an. Alles war ganz gut gelaufen, wobei ich es trotzdem schaffte, die Chance auf 2 Gratis-Bier, die es im Hostel täglich von 19 – 21 Uhr gab, um 15 Minuten zu verpassen. Ich begab mich dennoch für ein Abendessen hoch zur Bar auf dem Dach, wo man einen schönen Ausblick auf die Stadt genießen konnte. Nach einer Portion Spaghetti Carbonara (Ja, sehr traditionell… es gab halt quasi nichts anderes mehr!) ging ich auch recht bald ins Bett. Ich hatte mir für 5 Euro ein 12-Bett-Zimmer gebucht. Für den Preis und hinsichtlich der Dach-Bar konnte man dadurch wohl über die etwas unschöneren Duschen hinweg sehen.

Am nächsten Tag startete ich recht früh meine Entdeckungstour durch den sogenannten District 1, in dem sich quasi die ganzen touristisch interessanten Highlights der Stadt befinden. Kurz zuvor hatte ich mich erst ein wenig Sonnencreme und dann noch ein bisschen Mückenschutzmittel auf die Haut geschmiert – eine beliebte Kombination von mir hier in Asien. Gerade in Vietnam macht der Mückenschutz Sinn, da man sich tagsüber von den tagaktiven Mistviechern Dengue-Fieber holen kann und nachts wiederum von ihren Kollegen Malaria. Beides gilt als relativ unwahrscheinlich in Saigon, aber man weiß ja nun mal nie.

So schlenderte ich eine große Runde durch den District 1, vorbei am im französischen Kolonialstil gebauten Rathaus der Stadt, der Kathedrale Notre Dame sowie dem Wiedervereinigungspalast, der einst als das Regierungsgebäude der südvietnamesischen Regierung gedient hatte. Wie so oft in Asien wechselten sich auch hier hochmoderne Gebäude mit (oftmals auch heruntergekommenen) traditionellen Einrichtungen ab.

Am Nachmittag nahm ich dann schließlich noch einen Bus, um mir China-Town anzusehen. Im chinesische Viertel herrschte noch viel mehr Gewusel und ich durfte den Verkehr in Saigon in seiner ganzen Pracht erleben. Also wirklich, das muss man mal gesehen haben! Die Ampel, Straßenschilder und Straßenbeschriftungen dienen hier lediglich als Vorschläge, die meist recht kaltherzig ignoriert werden. Überall gibt es Rollerfahrer. Egal, ob die Ampel gerade rot oder grün anzeigt, ein Roller wird jede Sekunde über die Straße gedüst kommen. Auch die Fahrtrichtung wird dabei gerne mal nicht so streng genommen. Es wird einfach oft genug gehupt, damit der Rest auf der Straße Platz macht. Ein besonderes Abenteuer ist dann die Überquerung einer vollbefahrenen Straße: Man geht einfach drauf los, die Rollerfahrer weichen dann entsprechen (knapp) aus. Dabei wurde mir geraten, keine hektischen Bewegungen zu machen, da das die Kalkulationen der Fahrer durcheinanderbringen und nicht allzu gut enden könnte.

Zurück im Zentrum (nachdem ich in einen fahrenden Bus reinspringen durfte; der Fahrer hielt es nicht für nötig, komplett anzuhalten) genehmigte ich mir dann noch ein traditionell vietnamesisches Abendessen: eine Art Suppe aus Nudeln und Fleisch mit Gemüse, genannt „Pho“. Ich hatte nicht wirklich verstanden, was da drin war und fand dann zu meiner Überraschung auch einen Tentakel darin, aber hey, es war die Empfehlung des Hauses! Und gut geschmeckt hat es auch. Das Dessert aus schwarzem Reis und Joghurt hingegen ist ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber dennoch lecker gewesen.

Am nächsten Tag ging es früh aus den Federn: Um 8:15 Uhr startete ich mit einem überraschend modernen Bus (hatte sogar WLAN) einen geführten Tagesausflug zu einem Tempel und den Chu Chi Tunneln.

Wir erreichten den Cao Dai Tempel, den größten Tempel Vietnams, kurz vor 12 und konnten daher das zweite Gebet des Tages ein wenig beobachten. Interessant war die dortige Religion: der sogenannte  „Caodaismus“; bei dem  verschiedenen andere Religionen vereint werden und die dortigen Mönche sich vorgenommen haben, für den Frieden unter allen Gläubigen zu beten.

Nach einem kleinen Mittagessen und einem Info-Film zu den Chu Chi Tunneln im Bus, ging es schließlich zum eigentlichen Highlight des Tages: die besagten Tunnel, in denen die Vietnamesen im Vietnam-Krieg so trickreich den Amerikanern Paroli geboten hatten. Es war wirklich beeindruckend zu sehen, was für Tricks sich die Einwohner ausgedacht hatten. Da gab es verschiedenste Fallen, von Speeren, die im Boden versteckt waren und zusätzlich zur möglichen Infektion mit Kot beschmiert worden waren, bis hin zu versteckten Mienen hatten sich die Vietcongs eine Menge einfallen lassen. Zusätzlich konnte man auch für ein paar Euro mit verschiedenen Maschinengewehren an einem Schießstand auf eine Plastikflasche feuern. Was das genau noch mit den Tunneln zu tun hat, bleibt wohl offen.

Abschließend durfte man sich dann noch selbst durch einen der Tunnel quetschen. Dieser war ein wenig vergrößert worden für die Touristen und auch nur 100 Meter lang, aber das reichte schon vollkommen, um uns ins Schwitzen zu bringen. Wir krochen verbogen uns und versuchten so gut es ging in der Hocke (wie damals die Vietcongs) durch den Tunnel zu kommen. Nachdem wir endlich wieder das Tageslicht erblickt hatten, gab es zum Abschied noch ein bisschen Baumwurzel zu essen. Kann man mal probieren, war jetzt aber nicht so dolle.

Am Montagmorgen ging es dann schließlich für mich wieder (nach einer kurzen Verzögerung am Flughafen) zurück nach Singapur.

von lenstolz

Singapore

Singapur. Der wirtschaftliche Mittelpunkt Südostasiens, eine kleine eigene Welt zwischen dem malaysischen Festland und den indonesischen Inseln. „Singapur, ein Ort der Superlative, hier treffen moderne Hochhäuser auf antike Tempel…“ bla bla und was man nicht sonst noch so alles liest. Vor allem hört man so oft, wie hochentwickelt die Stadt ist und dass sie sich selbst als eine „grüne“ Metropole bezeichnet.

Mit den Hoffnungen auf dieses kleine grüne Stück Asiens stieg ich in das Flugzeug nach Singapur. Als ich schließlich den Flughafen verließ, stellte ich fest, dass die Wirklichkeit doch ein wenig anders sein sollte:

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Wir wurden von einen dicken Wand aus Smog begrüßt. Das Atmen fiel uns schwer und auch die kuschligen 35 Grad machten die Sache nicht besser. Wir versuchten, so schnell wie möglich ins Hostel zu kommen, wo uns die frische Luft der Klimaanlagen erwartete.

Wir gingen noch kurz etwas zu Abendessen und ruhten uns dann aus, der Tag war wieder ein klein wenig stressig und anstrengend gewesen: Ich hatte in Bangkok leider nicht ganz darauf geachtet, wie der Name unseres Flughafens lautete. Als ich Leute tags zuvor nach dem besten Weg zum Flughafen gefragt hatte, kam schließlich auch nicht die Frage auf, WELCHEN Flughafen ich denn meinen würde.

Nichtsdestotrotz fiel meinem Bruder dann kurz vor der Ankunft am Flughafen mit einem Blick auf die Flugtickets und einem darauffolgenden, leicht vorwurfsvollen Ton auf, dass wir nicht vom bekannten Subvarnabhumi Airport fliegen würden, sondern vom alten Don Mueang Flughafen. Kurze Zeit später kamen wir am Subvarnabhumi Flughafen an und fragten dort – mit Gefühlen zwischen minimalem Stress und Panik – nach, wo denn dieser Mueang Flughafen wäre. Es war nicht einfach, eine verständliche Antwort zu bekommen, aber am Ende erklärte man uns, dass ein Shuttle Bus vom Gate 3 dorthin fahren würde.

Ich war beruhigt, da ich mir dachte, dass es in dem Fall ja nicht weit sein würde und wir ja immerhin recht früh an den Flughafen gekommen waren (knapp 2 ½  Stunden vor Abflug). Es sollte sich rausstellen, dass ich mich mit dieser Annahme ein klitzekleines bisschen täuschen sollte: Erst mussten wir 20 Minuten auf den nächsten Bus warten, dann brauchte dieser knapp 1 Stunde, bis wir endlich dort waren (ironischerweise fuhren wir zurück ins Zentrum, von wo aus wir her kamen und dann Richtung Norden – ein leichter Umweg also…). Naja, es wurde ein wenig stressig mit der Gepäckabgabe und allem, aber wir schaffen es auf den Flug und alles war okay.

Beim Hinweg zum Hostel hatte ich in Singapur dann übrigens sowohl den Weg wie auch die Ankunftszeit beim Hostel bestens vorbereitet, was aber nicht wirklich nötig war, da die Rezeption bis lange in die Nacht offen hatte und Singapur einfach sehr gut organisiert ist.

Wir verbrachten daraufhin ein paar Tage inmitten des dichten Smogs, den man hierzulande recht verharmlost als Haze, also Dunst oder Nebel, bezeichnet. Manch einer wird vielleicht im Zusammenhang mit dem Formel-1-Nacht-Rennen in Singapur davon etwas mitbekommen haben und gehört haben, dass das Rennen aufgrund der gesundheitsgefährdenden Zustände fast abgesagt worden wäre. Was soll man sagen? Es ist nicht wirklich besser geworden.

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Das Ärgerliche bei diesem sogenannten Haze ist, dass Singapur gar nichts dafür kann. Eigentlich gibt es in Singapur wirklich viele ursprüngliche Grünflächen und auch frische Luft (worauf die Einwohner zu recht stolz sind), aber jedes Jahr vor der Regenzeit betreiben viele Firmen in Indonesien eine äußerst aggressive Brandrodung, die die gesamten Nachbar-Länder betrifft. Hoch bis nach Thailand leiden die Menschen Jahr für Jahr mindestens einen Monat lang unter dem dadurch entstehenden Smog, wobei es dieses Jahr leider besonders schlimm ist (siehe: http://www.sueddeutsche.de/panorama/asien-waldrodung-verpestet-indonesiens-luft-1.2674179?utm_campaign=socialflow&utm_medium=social)

Ich und mein Bruder versuchten dennoch, die Stadt so gut es geht zu erkunden. Wir legten uns ein paar der empfohlenen Atemschutzmasken zu und versuchten uns ein wenig draußen umzusehen mit Spaziergängen und der Sight-Seeing-Bus-Tour. Es war aber wirklich einfach nur anstrengend: Heiße Temperaturen, stickige Luft und kein bisschen Himmel zu erkennen. Am dritten Tag kam noch strömender Regen dazu.

Es war wirklich nicht gerade das beste Timing, um Singapur zu entdecken, wir versuchten daher, uns in den Gebäuden umzusehen. Wir probierten ein Kino aus (das wirklich extrem runtergekühlt wurde) und das Museum für zeitgenössische Kunst (war nicht so mein Fall ehrlich gesagt).

Schließlich beschloss mein Bruder, weiterzureisen, da einerseits die Smog-Situation sehr anstrengend war und andererseits auch die Kosten in Singapur nicht zu verachten sind. Es handelt sich hierbei um ein ganz anderes Niveau als beispielsweise in den viel billigeren Nachbarländern.

So trennten sich unsere Wege in Asien (vorerst?), indem er einen Bus nach Kuala Lumpur, Malaysias Hauptstadt, nahm und ich in Singapurs Smog zurückblieb. Dieser sollte sich aber erfreulicherweise schon bald ein wenig lichten.

von lenstolz

On the Busy streets of Bangkok

3 Uhr nachts, irgendwo in Bangkok. Ich setze mich erschöpft hin und starre ins Leere. Neben mir steht mein Bruder, der fassungslos den Kopf schüttelt. „Tja, Scheiße. Nach fast 2 Tagen endlich mal wieder in einem Bett zu schlafen wäre schon ganz schön gewesen“, murmle ich. „Mhmh“, brummt mein Bruder erschöpft.

Was war geschehen?

Alles begann mit dem Flug nach Bangkok. Nachdem wir recht knapp zum Flug nach Shanghai am Gate erschienen waren, gingen wir diesmal deutlich früher dorthin. Alles lief erst mal glatt: wir bekamen mal wieder Plätze in der allerletzten Reihe, ich konnte die letzten Minuten vom Film „The Cobbler“ fertig gucken (jaa.. Adam Sandler. Und jaa, den würde ich mal wieder nicht weiterempfehlen) und diesmal gab es von unserer Airline – der sogenannten China Eastern Airline – sogar ein paar Snacks, die halbwegs lecker waren.

Am Flughafen angekommen, lief es dann nicht mehr ganz so glatt. Wir kamen um 1 Uhr nachts Ortszeit am Flughafen Suvarnabhumi an und mussten jetzt nur noch den Weg zum Hostel schaffen, bis wir uns dann endlich mal wieder richtig erholen konnten. Ich hatte den Weg in meiner akribischen Vorbereitung selbstverständlich schon rausgesucht. Einfach bisschen Metro fahren und dann laufen. Easy. Ungeschickterweise setzt die Metro in Bangkok ihren Betrieb kurz nach 24 Uhr für 6 Stunden aus, sodass mein Weg keine Option mehr war. Uns blieb also nur noch ein Taxi. Nachdem wir am Schalter unsere Nummer für Taxi Nr. 34 gezogen hatten und der kleine Fahrer unser schweres Gepäck in seinem winzigen Taxi untergebracht hatte, fuhren wir los. Er kannte das Hostel nicht und so musste ich ihm die Adresse vorlesen. Er fand das Hostel nicht auf Anhieb, aber nach ein paar Anläufen drängte er sich dann in die richtige kleine Gasse und lies uns aussteigen.

Ich juxte auf die Entfernung noch, wie geschlossen das Hostel doch aussah. Hatte ich doch schließlich keine Schlusszeiten für die Rezeption gesehen und extra noch per Mail Bescheid gegeben, wann wir ankamen. Okaay, das waren jetzt nicht die besten Voraussetzungen, aber hey, wir sind ja in Bangkok! 8 Millionen Einwohner, eine Stadt, die niemals schläft…! Also bis auf die ganzen Läden, die geschlossen waren. Und die Metro natürlich. Aber ansonsten…?

Wir traten an die Tür des dunklen Hostels, an der ein Schild hing: Opening Hours 8am – 8 pm. Reception closed outside working hours, please come back when open.

Und so standen wir da. Ich war ein wenig fassungslos und musste das ganze erst mal verdauen. Naja, half ja alles nichts und so nahmen wir ein Taxi zum nächsten 24-Stunden-McDonalds und verbrachten dort die nächsten 5 Stunden. Um kurz vor 8 Uhr riefen wir dann ein Taxi, um wieder zurück zum Hostel zu fahren, Google Maps hatte angegeben, dass die Entfernung mit dem Auto in 15 Minuten zu schaffen sei.

Tja, denkste. Wenn es eines gibt, dass ich rückblickend an Bangkok nicht mag, dann ist es der Straßenverkehr, vor allem tagsüber. Zähfließende Bewegungen, bei denen kein Ende in Sicht zu sein scheint und überall diese wendigen kleinen Roller, die sich in jede noch so kleine Lücke quetschen. Und wer wirklich ein bisschen Aktion will, der nimmt ein Tuk-Tuk und schaut, wo er ankommt oder gibt sich den totalen Kick mit einem Motorrad-Taxi.

Wie dem auch sei: unser Taxifahrer wusste abermals nicht, wo unser Hostel sein soll. Im ersten Anlauf landeten wir beim Bangkok „HOSPITAL“. Als ich den Herrn dann darauf hinwies, dass es mir und meinem Bruder bestens ging und wir stattdessen lieber in das „Cozy Bangkok HOSTEL“ gebracht werden würden, startete er einen neuen Anlauf. Nachdem er mehrmals bei unserem Hostel angerufen und sich von den Besitzern den Weg beschrieben lassen hatte, einen Tuk-Tuk Kollegen nach dem Weg gefragt hatte und es immer noch nicht finden konnte, half ich ihm, indem ich ihm die Position des Hostels bei Google Maps zeigte und ihm mit meiner GPS-Funktion Stück für Stück beschrieb, wo er lang fahren müsste. Nach knapp 1 ½ Stunden hatten wir es dann auch schon geschafft und konnten gegen 10 Uhr morgens endlich mal schlafen gehen.

Die weiteren Tage vergingen recht entspannt verglichen mit dem Start. Wir erholten uns erst ein wenig (wobei ich mir direkt in der ersten Nacht von der voll aufgedrehten Klimaanlage einen Schnupfen holte) und entdeckten dann Stück für Stück die Stadt. Donnerstag ging es durch die schöne Altstadt im Westen und abends trafen wir uns mit Kat, meiner alten Freundin aus Thailand. Am darauffolgenden Tag unterschätzten wir dann den ersten Auftritt der Sonne ein wenig, denn trotz mehrmaligem Auftragen der Sonnencreme bekamen wir beide einen fetten Sonnenbrand im Nacken, den man noch für mehrere Tage sehen und auch fühlen konnte. Angesehen hatten wir uns bei diesem besten Wetter den sogenannten Grand Palace, vermutlich das Highlight in Bangkok schlechthin. Ein riesiger Komplex voller atemberaubender Gebäude, definitiv einen Besuch wert.

Am Freitagabend begab ich mich dann mit triefender Nase, fettem Sonnenbrand, aber dennoch voll motiviert zusammen mit Kat und ihrem Freund zur Skybar des Sirocco Hotels, wo man vom 63. Stock aus einen fantastischen Blick auf ganz Bangkok hat (für echte Kenner: Teile von The Hangover Part II wurden auch auf den Treppen bei dieser Bar gedreht). Anschließend aßen mein Bruder und ich in der sogenannten Khaosan-Road, auch bekannt als der Backpacker-Party-Part Bangkoks. Die Straße wird ihrem Namen absolut gerecht, es reiht sich eine Bar mit wummernder Musik an die nächste, überall springen leicht bekleidete Damen rum und nur hier findet man wohl so einen überdurchschnittlichen Anteil an (alkoholisierten) Reisenden. Samstag ging es schließlich nochmal in den zentraleren, neuen Stadtteil, wo wir uns zuerst am Mittag etwas nördlich auf dem Chatuchak-Weekend-Market – dem größten Markt seiner Art weltweit – verloren haben. Dort gibt es wirklich alles zu kaufen, von Kleidung über Essen bis hin zu Elektronik und Spielwaren. Gegen Abend statteten wir dann schließlich noch der Silom Road einen Besuch ab, wo man einerseits Essen und Kleidung kaufen kann, andererseits aber auch leider recht aufdringlich zu den sogenannten „Ping Pong Shows“ der Nachtclubs eingeladen wird.

Ich und mein Bruder gönnten uns zum Abschluss ein Essen in einem japanischen Restaurant dort, was für thailändische Verhältnisse ein wenig „teuer“ war (5 Euro anstatt der sonst üblichen 2 Euro. Thailand ist so wunderbar billig!) und danach ging es recht zeitig ins Bett, da am nächsten Tag die Weiterreise nach Singapur anstand.

Dort sollte uns dank den indonesischen Bauern ganz schön „dicke Luft“ erwarten…

PS: Im Nachhinein habe ich übrigens online dann auch noch den Hinweis auf die Öffnungszeiten in einer Ecke der Webseite des Hostels gefunden. Upps. 😀

von lenstolz

Starting my new Journey through Asia: First stop – Shanghai

Knapp ein Jahr nach meinem letzten Eintrag hier auf meinem Blog ist es nun endlich wieder so weit: Ich bin wieder für längere Zeit unterwegs, es geht nach Singapur für 3 Monate!

Da ich mich entschieden habe, möglichst billig dorthin zu kommen, habe ich den billigsten Flug nach Asien genommen: Fast 30 Stunden Flugdauer nach Bangkok, 15 Stunden Zwischenstopp in Shanghai. Zusammen mit einem deutlich kürzeren Rückflug im Januar hab ich dafür 640 Euro gezahlt, mein Flugbüro hat mir als billigste Option Flüge für 899 Euro empfohlen – und das sogar zu schlechteren Abflugtagen (demnach weniger zu empfehlen. Lieber selber gucken beim Urlaubspiraten-Preisvergleich oder bei Skyscanner)!

Meinen Bruder Noah, der für sechs Monate auf Reisen nach Asien geht, buchte ich gleich noch in den gleichen Flug. Am Montag, den 21.09.2015, ging es dann von Frankfurt aus los und zu unserer ersten Station nach knapp 10 Stunden Flug (plus 5 Stunden Zeitverschiebung):  Shanghai.

Da ich verschiedenste Sachen zuvor zu klären hatte und leicht im Stress war, entgingen mir vor Reisebeginn ein paar wiiiinzige Details bei der Planung. So auch der Umstand, dass man für China offiziell ein Visum beantragen muss, um den Flughafen zu verlassen. Da ich das nicht getan hatte, erwarteten mich und meinen Bruder 15 Stunden Aufenthalt am ungemütlichen und unspektakulären Flughafen in Shanghai. Es sollte aber doch anders kommen.

Beim Check-In in die Transfer-Zone wies man mich daraufhin, dass ich für meinen Zeitraum den Flughafen auch ohne vorher beantragtes Visum verlassen könne. Dies ließ ich mir natürlich nicht zweimal sagen und so begab ich mich mit meinem Bruder (der nicht vollkommen begeistert war, da wir kaum geschlafen hatten, es 8 Uhr morgens war und er auch ganz gerne einfach mal am Flughafen gepennt hätte) direkt zum Ausgang, wo wir einen Stempel für den Eintritt in das Land für 24 Stunden bekamen.

Wir nahmen direkt die Metro in das Zentrum der Stadt, wobei mir ein Chinese, der zufälligerweise am KIT in Deutschland Maschinenbau studierte, am Ticket-Automaten erklärte, wo sich ein kurzer Besuch lohnen würde. Anders ließen sich keine Informationen beschaffen, da unsere Handys nirgends fähig waren, sich mit dem Internet zu verbinden (Mein Computer schaffte später eine schwache Verbindung und erwartungsgemäß konnte man nicht auf Facebook , Youtube oder Google zugreifen. Mann war das komisch, auf Yahoo zu suchen und das ohne irgendwelche Maps-Funktionen…).

Wir verbrachten dann auch nur ein paar Stunden in der Stadt. Wir gönnten uns einen kurzen Snack bei McDonald’s mit der Hoffnung auf eine Toilette und Internet (zweimal Fehlanzeige) und stiefelten dann zu Fuß für ein paar Stunden durch die Stadt. Es lag ein recht dicker Dunst über der Stadt, der vermutlich ein Gemisch aus Nebel und Smog war. Hinzu kamen leichter Regen und Temperaturen über 30 Grad, was das Ganze nicht zwingend angenehm gestaltete.

Es war jedoch ein schöner erster Einblick, mir gefiel vor allem die Sight Seeing Avenue am Huangpu River, bei der man – ähnlich wie in Hongkong – einen beeindruckenden Blick auf die Skyline von Shanghai erhaschen kann. Danach begaben wir uns auf den Weg zurück und saßen die letzten Stunden aus, bis es schließlich weiter ging nach Bangkok, wo sich ein weiteres wiiinziges, vergessenes Detail äußern sollte…

von lenstolz

One week in the amazing land of Ice & Fire – Iceland!

von lenstolz

The Amazing City of Hong Kong

Mit einer gewaltigen Verspätung kommt jetzt noch der Bericht zu meinem letzten Stopp: Hongkong.

Nach all dem recht unkomplizierten Reisen in Neuseeland/Australien war Asien wirklich im ersten Moment erst mal ein Schock in vielerlei Hinsicht. Während ich mich beispielsweise recht bald gut in Neuseeland zurecht finden konnte, wirkte diese Sonderwirtschaftszone Chinas so vollgestopft und unübersichtlich auf mich, dass ich meine Ziele auch mit Hilfe von Google Maps nur schwer finden konnte. Das beste Beispiel war sogleich das Hostel: es hat prinzipiell eine gute Lage, nah zur U-Bahn und in einem Shopping-Viertel, der Causeway Bay, doch ich konnte es nur finden, da ich die genaue Adresse hatte. Von außen wirkte das Gebäude nur wie eine von vielen mehrstöckigen Wohnungen und nur mit Mühe konnte ich aus einem der Bewohner herausbekommen, dass sich mein Hostel im dritten Stock befand. Dies alles wurde noch verkompliziert von dem Umstand, dass es einerseits 9 Uhr abends und andererseits 35 Grad heiß war und ich einfach nur noch verzweifelt auf eine kalte Dusche hoffte.

Diese Suche nach dem Hostel sollte nur ein Vorgeschmack für die folgenden Tage sein. Ich verbrachte wirklich eine Menge Zeit einfach nur damit, verwirrt bis verärgert nach meinem Zielort zu suchen. Als ich mich schließlich langsam an diese Art von Großstadt gewöhnt hatte, probierte ich auch simple Dinge des Alltags in ihrer asiatischen Form aus, wie z.B. ein Besuch im Kino, im Waschsalon und beim Friseur. Das Kino war recht angenehm, ich sah mir „Hangover Part III“ an und konnte problemlos folgen, da der Film im englischen Originalton und lediglich mit chinesischen Untertiteln gezeigt wurde. Den Waschsalon besuchte ich lediglich, weil es höchste Zeit für mich war, nochmal Wäsche zu waschen, mein Hostel jedoch leider keine Waschmaschine aufwies. Ich gab die Wäsche also in einem Bündel am Morgen ab, sie wurde gewogen und ich hatte knapp 4 Euro zu zahlen. Als ich dann noch mit einem fragenden Blick darauf wartete, dass sie mir mitteilte, wann ich denn wiederkommen solle, wurde mir relativ unfreundlich „5 PM“ entgegen gebellt. Später bekam ich dann ein kleines Packet wieder, in dem meine Wäsche fein säuberlich zusammengelegt war. Schlimmer war dann doch der Friseurbesuch: Der Haarschnitt war ebenfalls äußerst billig, doch es fühlte sich leider auch genauso an. Der Asiate sagte kaum etwas und fuchtelte nur rasant an meinem Kopf mit einem Rasierer und eine Schere rum; meine Aussagen darüber, wie ich die Haare gerne hätte, wurden mit einem ungeduldigen und ignoranten Nicken abgetan. Es flogen überall Haare durch die Luft und vier Minuten später (kein Scherz) verließ ich den Laden auch schon wieder, nicht gerade völlig überzeugt.

Doch all dies machte diese außergewöhnliche Erfahrung aus: Hongkong ist wirklich noch einmal etwas völlig Neues für mich gewesen. Kulinarisch konnte ich natürlich allerlei interessante Sache ausprobieren, wovon vieles im ersten Moment vielleicht nicht allzu ansprechend aussah, doch am Ende meist sehr lecker schmeckte. Die Kommunikation war natürlich vergleichsweise deutlich schwieriger als in Neuseeland. Obwohl die Einwohner ja noch eher Englisch sprechen können sollten als sonst wo in Asien, fiel es mir oft schwer, die nötigen Informationen von Mitarbeitern oder Menschen auf der Straße zu erhalten.

Davon abgesehen war ich jeden Tag von morgens bis abends unterwegs und versuchte die gesamte faszinierende Bandbreite von Hongkong mitzunehmen: von den eng aneinander liegenden, zahllosen Wolkenkratzern auf Hong Kong Island über die älteren Einrichtungen und Straßenmärkte im Stadtteil Kowloon bis hin zu den großen Teilen der Natur wie z.B. auf der Insel Lantau mit dem größten sitzenden Buddha der Welt oder den Waldteilen der New Territories nahe der Grenze zu China. Ich war die meiste Zeit mit einem netten Franzosen unterwegs, der einen recht verpeilten Eindruck machte und sich deswegen immer gerne meinen Tagesausflügen anschloss.

Abschließend lässt sich nun sagen, dass dieser kleine Einblick in Asien wirkte wundervoll war und Lust auf mehr gemacht hat. Ich kann einen Abstecher nach Hongkong wirklich nur jedem weiterempfehlen! Man sollte sich aber definitiv ausreichend im Internet informieren.

So. Wohin geht’s jetzt? Amerika wär eigentlich mal ganz cool…

von lenstolz

Little Stop in Australia Part 2 – Melbourne

Es war schon ein lustiger Umstand, dass ich mich mit meiner Cousine am anderen Ende der Welt treffen konnte, doch wir sollten dem ganzen sogar noch das I-Pünktchen aufsetzen: wir trafen uns nun auch noch mit einer weiteren Klassenkameradin, Annabel, in Melbourne.

Auch dies war grob geplant gewesen – wobei wir eigentlich nur das ‚Wo‘ richtig geklärt hatten, nicht aber das ‚Wann‘ und ‚Wie‘. So ergab es sich, dass wir auf Australiens Seite für Anzeigen jeder Art, genannt ‚ Gumtree‘, nach einer Mitfahrgelegenheit nach Melbourne suchten – und recht bald auch zwei deutsche Mädels mit einem Camper-Van fanden. Wir verstanden uns bei einem kurzen Treffen gleich gut mit ihnen und so ging es früh am Samstag Morgen Richtung Melbourne. Es gab einen kurzen Zwischenstopp in Australiens Hauptstadt Canberra, wo wir uns kurz das Regierungsgebäude ansahen (viel mehr Sehenswertes schien es dort nicht zu geben) und nach über zwölf Stunden hatten wir endlich unser Ziel erreicht.

In Melbourne ließen wir uns genauso kaum etwas entgehen: Ich stand in der ersten Nacht gegen 4 Uhr morgens auf, um mit einer unserer Fahrerinnen in der Lounge des Hostels Bayern München bei ihrem Triumph in der Champions League zu bewundern (wobei ich natürlich wieder mal der einzige Bayern-Fan vor Ort war). Dies wurde dann auch sogleich gefeiert, indem wir am nächsten Abend in Melbournes Casino ein paar Dollar liegen ließen. Auch in Melbourne besuchten wir den gewaltigen botanischen Garten und erhaschten einen kleinen Blick in die Kultur und den Tourismus auf einer Art Sonntagsmarkt.

Eine besondere Erfahrung war sicherlich auch der Besuch einer neuen australischen Fernseh-Show mit dem Namen„Slide Show“, bei der man kostenfrei im Publikum sitzen durfte. Da der Inhalt der Show darin bestand, ein paar mittelmäßig lustige B-Promis in nicht allzu niveauvollen Spielen gegeneinander antreten zu lassen, traf die Show nicht ganz meinen Geschmack. Es war jedoch interessant zu sehen, wie oft verschiedene Teile mehrmals gefilmt werden mussten und wie fake das ganze doch alles ist. Das Unterhaltsamste war definitiv der kauzige Publikums-Entertainer, der mit Süßigkeiten um sich schmiss, Witze riss und die ganze Show ein wenig aufhielt.

Melbourne ist eine schöne Stadt meiner Meinung nach und definitiv sehenswert. Es wirkte ein kleines bisschen weniger vollgestopft mit Wolkenkratzern als Sydney und es gab hier genauso die ansehnliche Kombination von alten und neuen Gebäuden. Hier war es aufgrund der südlicheren Lage auch noch ein wenig kühler, wenn die Sonne sich nicht zeigte.

Nach knapp fünf Tagen trennten wir uns dann wieder und während Annabel und Jana einen weiteren Roadtrip nach Adelaide mit ein paar anderen Reisenden starteten, ging es für mich mit dem Greyhound-Bus wieder zurück nach Sydney, wo eine halbe Woche später mein Flieger nach Hongkong starten sollte.

My Little Stop in Australia Part 1 – Sydney

Mit jeder Tür, die sich schließt, öffnet sich bekanntlich eine andere. Ganz in diesem Sinne endete mit meinem Flug von Auckland nach Sydney zwar mein Abenteuer Neuseeland, doch dafür durfte ich nun noch einen winzigen Einblick in das riesige Nachbarland werfen: Australien. Ich hatte meinen Flug vor ein paar Monaten umgebucht und aus einem zweistündigen Stopp in Sydney einen zweiwöchigen Aufenthalt gemacht – erschien mir nur sinnvoll, wenn man schon mal am anderen Ende der Welt ist.

Gegen 10 Uhr morgens Ortszeit landete ich somit also auf australischem Boden. Es dauerte dann nicht allzu lange, bis ich es zu meinem Hostel geschafft hatte, wo ich bald darauf wiederum meine Cousine Jana antreffen sollte. Diese glückliche Fügung wurde jedoch keineswegs dem Zufall überlassen. Jana ist ihrerseits auch gerade für zwei Monate in Australien unterwegs, daher beschlossen wir, uns in Sydney zu treffen und gemeinsam ein wenig umzusehen.

Meine Cousine hatte sich ein paar konkrete Idee rausgesucht und so setzten wir um, wonach uns so war. Gleich am ersten Tag ging es daher mit dem klassischen Sightseeing-Doppeldecker-Bus durch Sydneys Viertel, wobei wir gleich einmal Highlights wie die Harbour Bridge, die Opera und auch Bondi Beach zu sehen bekamen. Dem folgte ein Tagesausflug zum Toranga Zoo, den man mit Fähre und Seilbahn erreicht und bei dem man vielen von Australiens Tieren wie z.B. Kangaroos, Koalas oder Wallabys hautnahe kam. Beeindruckend war dabei vor allem auch die Vogel- bzw. Seehund-Shows: die Trainer ließen ihre Eulen, Falken, Papageien und andere faszinierende gefiederte Gestalten Zentimeter über den Köpfen der Zuschauer entlangsegeln sowie die Seehunde aberwitzige Kunststrecke vollführen, während sie sich angeregt mit ihnen ‚unterhielten‘. Wir schlenderten auch über die Harbour Bridge und statteten der Opera sowie dem botanischen und dem chinesischen Garten einen Besuch ab, so fern es das wechselhafte Wetter zuließ. Denn auch in Sydney scheint nicht 365 Tage die Sonne, wie man vielleicht meinen möchte. Es gab zwischenzeitlich heftige Regenfälle bei relativ frischen Temperaturen, was wohl den ‚Winter‘ hier ankündigt (während auf der Südinsel Neuseelands bereits zentimeterhoch Schnee liegt).

Mir gefiel Sydney recht schnell, die Stadt hat so viele interessante Ecken und war nun mit seinen vielen Wolkenkratzern wirklich ein krasser Kontrast zu Neuseelands Städten – auch Auckland kann da beim besten Willen nicht mithalten.

Da unser Hostel recht zentral lag, erkundeten wir Sydney fast die gesamte Zeit zu Fuß. So auch an unserem letzten Abend, bei dem das wir den Beginn des ‚Vivid Sydney‘-Festival genießen konnten, ein Festival, bei dem große Teile der Stadt sich ab 18 Uhr abends in einem ganz neuen Licht zeigen – sei es beleuchtet von einer Projektion, wie z.B. im Fall der Opera und vielen weiteren Gebäuden, oder mit erleuchteten Fenstern oder Springbrunnen. Definitiv ein faszinierender Anblick.

von lenstolz

Goodbye New Zealand – leaving with a permanent memory on my calf & countless amazing memories on my mind

Es ist also tatsächlich so weit. Ich bin zurück in Auckland, wo alles vor fast 9 Monaten begann. Ich kann kaum glauben, dass ich morgen früh dieses wundervolle Land tatsächlich verlassen werde, um nach Australien weiterzuziehen. Da mir bewusst ist, wie besonders dieses Abenteuer am anderen Ende der Welt war, habe ich mir nun in meiner letzten Woche in Wellington noch ein Tattoo stechen lassen. Bevor ich hier her kam, hätte ich es niemals für möglich gehalten, dass ich mir jemals ein Tattoo stechen lassen würde, doch die Kultur der Maoris, bei der das Tätowieren ein solch hohen Stellenrang hat, hat mich beeindruckt. So habe ich mir auf Anraten eines befreundeten Maoris mein eigenes Tattoo während dieser Reise entworfen und es in einem eigenen Stil mit der Bedeutung, die mir wichtig ist, gefüllt: Mein Leben mit meiner Familie, Freunden, Zukunft und Hoffnungen habe ich so zu einem einzigartigen Tattoo zusammengestellt, dass man so wohl auf keiner anderen Haut findet wird. Der besagte Maori war übrigens beispielsweise dann sehr stolz auf mich und konnte kaum glauben, dass dieser deutsche Bub das entworfen hat.Das Tätowieren wiederum war eine wirklich sehr schmerzhafte Angelegenheit, vier Stunden stöhnte und fluchte ich da beim Tätowierer vor mich hin, doch am Ende war es das wohl alles wert.

Meine Reise durch Neuseeland war wirklich ein unglaubliches Abenteuer, weitaus besser als ich es mir jemals hätte träumen lassen, gespickt mit Erfahrungen, die ich wohl so schnell nicht mehr vergessen werde:

Ich habe so viele Menschen hier kennen lernen dürfen, Leute von überall. Sei es Asien, Süd- oder Nordamerika, Afrika, unzählige Europäer (was natürlich auch zu einem großen Anteil Deutsche waren) sowie einige aufgeschlossene Neuseeländer. Mit diesen Leuten (oder auch alleine) bin ich nun also aus einem Flugzeug gesprungen, über Straßen, Gletscher, wunderschöne Strände und Vulkane sowie durch Regenwälder und die Heimat der Hobbits gereist, habe Höhlen mit Glühwürmchen erforscht, mich im Sandborden versucht (mehr oder weniger erfolgreich), ein Gewehr ausprobiert und mich gar nicht mal so schlecht beim Clay-Scheiben-Schießen angestellt, ein paar interessante bis miese Jobs ausprobiert, Martin Freeman und den Rest der „Hobbit“-Crew an der Weltpremiere gesehen, mit wilden Delphinen geschwommen, mit ein paar Maoris den Haka getanzt, mit Mönchen zusammen gelebt und gebetet und schließlich das wohl mieseste Silvester (Gisborne ist doof.) sowie ein wundervolles Weihnachts-Grillen erlebt. Ich habe in 33 verschiedenen Hostels, in einer Wohnung zum Couchsurfen und in drei WWOOFing-Plätzen gewohnt und dort sowie in Autos und auf der Straße (Gisborne ist halt doof.) geschlafen. Mit Bussen, Fähren, Roadtrips sowie Trampen (aufgrund der aufgeschlossenen Einwohner dieses Landes) bin ich dabei von einem Ort zum nächsten gekommen.

Ich kann Work & Travel in Neuseeland wirklich nur weiterempfehlen, angesichts der breiten Masse an Möglichkeiten in diesem Fleckchen unserer Erde ist wirklich für jeden was dabei. Doch nun hat dieses Abenteuer wohl sein Ende gefunden, vielleicht komme ich wieder, wer weiß? Meine Reise ist glücklicherweise noch nicht ganz vorbei. Morgen werde ich mich mit meiner Cousine Jana in Sydney treffen und dann geht es zusammen irgendwie nach Melbourne, danach für mich wieder nach Sydney und am dritten Juni geht es dann noch für eine Woche nach Hong Kong, bevor ich schließlich heim fliege.

Kia Ora, Aotearoa!

PS: Und passend zu diesem Fazit auch noch ein paar meiner liebsten Bilder.